Ich bin alt und ich liege im sterben. Ausgestreckt auf einer alten Liege, die bei jeder bewegung leise quietscht, spüre ich, wie jeder Atemzug mich dem tot ein stückchen näher bringt. Und es ist nicht mehr weit bis dahin. Auch meine Kinder, die mich die letzten Jahre gepflegt haben, haben das längst bemerkt. Vorsorglich wurde schon der Bestatter informiert, damit alles, wenn es soweit ist, auch zügig über die Bühne geht. Der hat aber etwas falsch verstanden und jetzt warten die beiden, die mich abholen sollen, im Nebenzimmer und schauen genervt zur Uhr. Ich kann sie durch einen Spalt in der Türöffnung gut beobachten. Grade wollen sie aufstehen und gehen, da flüstert mein Sohn ihnen zu: “Warten sie doch noch, es kann nicht mehr lange dauern.” Nein, lange dauert es bestimmt nicht mehr – und ich beeile mich ja auch…